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    Mit Bindung den Kulturverfall aufhalten

    Das gescheiterte Experiment der antiautoritären Erziehung hat gezeigt: Ganz ohne Macht und Autorität geht es nicht. Sie sollte jedoch auf natürlicher Bindung beruhen, meint der Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld. Denn ohne „guten Draht“ – die Arten des „Bonding“ reichen von einfachem Körperkontakt bis hin zu tiefster Vertrautheit – hätte man bei heutigen Kids kaum mehr was zu melden.

    Durch die moderne Trennung der Altersgruppen jedoch – Kinder in Kindergarten, Alte im Heim und Arbeitsfähige in den Fabriken – wird die Kultur der Bindung zerstört, die Menschen orientieren sich fast nur noch an Gleichaltrigen. Partnerschaften entzweien, da Bindungsrituale im Alltag an Bedeutung verloren haben. Kinder entfremden sich durch die zeitliche und räumliche Distanz bereits im Kindergartenalter von ihren Eltern.

    Gleichaltrigenorientierung führt Neufeld zufolge zu „coolen“, gefühlskalten Jugendlichen. Emotionale Offenheit wäre für sie zu riskant: Schnell könnte sie als Waffe gegen den „Kumpel“ verwendet werden. Die Funktion des „Kulturüberbringers“ haben heute weitestgehend die trivialen Massenmedien inne. Neufeld jedoch zeigt: Kultur muss vertikal vermittelt werden, von Reiferen an unreife Wesen – und empfiehlt deshalb die Wiedereinrichtung dorfähnlicher Gemeinschaften. Nur so könne es gelingen, den Kultur- und Werteverfall aufzuhalten.

    Titel: Unsere Kinder brauchen uns!
    Untertitel: Die entscheidende Bedeutung der Kind-Eltern-Bindung
    Autor: Gordon Neufeld
    Jahr: 2006
    Verlag:
    Genius Verlag
    Genre: Sachbuch
    Aufmachung:
    333 Seiten, broschiert

    → Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Ausgabe 28 (1-2008).

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