• lctube.com
  • stubeg.com
  • Das aktuelle Heft

    Anzeige(n)

    zeitgeist-Newsletter

    Anzeige(n) Alfahosting - Homepage-Baukasten

    Unerklärliche Effekte bei der Rotation von Supraleitern entdeckt

    Muss die Relativitätstheorie erweitert werden? Gibt es eine neue physikalische Wechselwirkungskraft, die bisher übersehen wurde? Mit diesen Fragen sieht sich derzeit die Forschungsgruppe um Martin Tajmar von den Austrian Research Centers, kurz ARC, in Wien konfrontiert, die durch ein aufwendiges Experiment mit einem rotierenden Supraleiter nachweisen konnte, dass durch die Rotation eine nicht klassisch erklärbare Kraft entsteht, die beispielsweise ein Gyroskop (Kreisel instrument) in unmittelbarer Nähe zum rotierenden Supraleiter zur Auslenkung bringt. Zwar sagt die Allgemeine Relativitätstheorie diesen Effekt bei rotierenden Massen voraus (Frame-Dragging-Effekt), jedoch ist der von Tajmar und seinen Kollegen gemessene Effekt um Größenordnungen stärker. Und noch etwas passt nicht mit der Theorie zusammen: Normalerweise müsste der Effekt immer gleich stark sein, egal in welche Richtung die Masse rotiert. Doch wurde in dem Experiment eine Richtungsabhängigkeit festgestellt: Allein wenn der Supraleiter sich im Uhrzeigersinn drehte, zeigte sich der Effekt. Letzte Ergebnisse deuten zudem an, dass dieser vermutlich nicht direkt etwas mit der Supraleitung zu tun hat, sondern generell bei tiefen Temperaturen auftritt. Interessanterweise bieten die Forschungsergebnisse auch einen neuen Ansatz, um eine bestimmte Anomalie in den Messdaten der Gravity-Probe-B-Messsonde, die den Frame-Dragging-Effekt untersuchte, zu erklären. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Forschungsgruppe um Martin Tajmar tatsächlich einen fundamental neuen Effekt entdeckt hat, der in die Geschichte der Physik eingehen und möglicherweise unser bisheriges physikalisches Weltbild erneuern könnte – man darf gespannt sein! Die wissenschaftliche Publikation dazu kann unter http://aps.arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0707/0707.3806.pdf eingesehen werden.

    → Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Printausgabe 27 (2-2007).