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Kommunikation mit Gelähmten und Wachkoma-Patienten bald möglich?

Zu den spannendsten Herausforderungen, denen sich die Forschung in den vergangenen Jahrzehnten gestellt hat, gehört die direkte Verständigung zwischen Computer und menschlichem Gehirn. Unser Gehirn ist bekanntlich Erzeuger und Auslöser aller kommunikativen Prozesse. Es steuert die Muskulatur, wodurch Gedanken und Ideen zum Ausdruck gebracht werden können. Von Interesse war stets die Fragestellung, ob der "Umweg" über das Muskelsystem auch vermieden werden könnte. Weltweit einmalig auf diesem Gebiet ist eine Neuentwicklung des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie in Tübingen. Deren Mitarbeitern gelang es erstmals, durch die direkte Ableitung der Gehirnpoten-tiale einen Computer anzusteuern und eine dau-erhafte Kommunikation herzustellen. Das System nennt sich "Thought Translation Device" (TTD), was soviel wie Gerät zur Übersetzung von Gedanken bedeutet. In der klinischen Anwendung könnte das Gerät vor allem für vollständig gelähmte Patienten, die bei wachem Bewusstsein regungslos in ihren Körper eingeschlossen sind (Locked-In-Syndrom), endlich eine Verständigungsmöglichkeit mit der Außenwelt sein. Erste Erfolge konnten mit drei an amyotro-pher Lateralsklerose (ALS) Erkrankten verzeichnet werden. Die Patienten konnten mit dem System selbständig mehrere Briefe verfassen.

→ Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Printausgabe 14 (2-2001).


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