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    Globale Anti-Marke: Die schwarzen Flecken der Indoktrination

    Die "Adbusters Media Foundation" aus Vancouver hat erkannt, dass die Ökonomie die schwache Stelle des Imperiums ist. Würde die Weltbevölkerung nur einen Tag auf den Kauf amerikanischer Produkte verzichten, die Welt sähe anders aus. Um die Macht der transnationalen Konzerne zu stören, hat die Stiftung nun eine neue Kampagne gestartet. Zentrales Element ist ein schwarzer Punkt, der als Kleber oder mit Filzstift auf Logos von Multis angebracht wird. Adbusters schreibt dazu: "In den kommenden Monaten wird ein schwarzer Fleck überall erscheinen (...) an Schaufenstern, Zeitungsautomaten, Tankstellen und Supermarktregalen. Schlage eine Zeitung oder ein Magazin auf – er ist da. Er erscheint im Fernsehen. Er befleckt die Logos und verschmiert die Nervenzentren der größten Konzerne der Welt. Er ist das Zeichen der Menschen, die mit Bushs Plan, die Welt zu kontrollieren, nicht einverstanden sind, die nicht wollen, dass Staaten ohne UNO-Unterstützung ,befreit' werden und die das neokonservative Machotum nicht mehr aushalten. Dies ist das Zeichen der Menschen, die das Kyoto-Protokoll, den Internationalen Strafgerichtshof und eine Welt wollen, in der alle Länder, auch die USA, frei von Massenvernichtungswaffen sind." Den Auftakt der Kampagne macht eine ganzseitige Anzeige in der New York Times, in welcher der schwarze Fleck auf einer Seite mit den Börsenkursen erscheint mit dem handschriftlichen Text: "Weil mein Land seine Seele an die Multis verkauft hat, weil der Konsum unsere nationale Religion geworden ist, weil wir die wahre Bedeutung der Freiheit vergessen haben und weil Patriotismus nur noch bedeutet, mit dem Präsidenten einer Meinung zu sein, habe ich mich verpflichtet, mein Land zurückzuerobern. unbrandamerica.org" Der schwarze Fleck hat in der Tat das Zeug zu einer globalen Anti-Marke. Jedermann kann ihn überall und kostenlos anbringen. Wenn sich genügend Menschen an der Kampagne beteiligen, wird sich sehr rasch zeigen, wie verbreitet die Kritik am Imperium der globalen Konzerne ist. Alleine wird es Adbusters allerdings nicht schaffen, obwohl das Mitteilungsblatt der Stiftung "Adbusters, the Journal of the Mental Environments" ausgezeichnet gemacht ist und eine Auflage von 100.000 Exemplaren erreicht. Adbusters betreut das "Culture Jammer Network", das Kultur-Verstopfungsnetzwerk mit tausenden von Künstlern, Aktivisten, Schriftstellern, Studenten, Lehrern und Unternehmern. Ihr Ziel ist es, die bestehenden Machtstrukturen aufzulösen und einen grundlegenden Wandel in der Art, wie wir leben, herbeizuführen. Sie glauben, dass die Hemmung der Konzern-Kultur einen Einfluss haben kann wie der Feminismus der 70er und die Umweltbewegung der 80er.

    (QUELLEN: Zeit.Punkt, 68-69/2003; www.adbusters.org; www.unbrandamerica.org)

    → Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Printausgabe 21 (2-2003).