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    Komplette DNS in eine Schweinezelle gepflanzt – "nur" eine Kreuzung?

    Die Aula der Poliklinik Umberto I. in Rom. Auf dem Podium Severino Antinori (55), Leiter einer Klinik in der italienischen Hauptstadt, Vater zweier erwachsener Töchter. Der Arzt spricht über sein Ziel: "Ich will der Erste sein, der einen Menschen klont." Schon im nächsten Jahr will er mit einem internationalen Ärztetam zur Tat schreiten (MOPO berichtete). Die ganze Welt diskutiert über seinen Plan. Doch jetzt eine Schock-Nachricht aus dem fernen Australien. Das Klonen eines menschlichen Embroys – sie haben es längst getan! Die Melbourner Firma "Stem Cell Sciences" (Stammzellen-Wissenschaft) setzte, so gestern der australische "Daily Telegraph", die Kernzelle eines menschlichen Embroys mit der kompletten Erbinformation in die Eizelle eines Schweins. Die Frankenstein-Forscher um "Stem-Cell"- Boss Peter Mountford ließen ihn eine Woche leben. Dann trieben sie den Fötus ab. Theoretisch hätte er aber auch in die Gebärmutter einer Frau gepflanzt werden können. Dann wäre, fünf Jahre nach Klonschaf "Dolly" in England, möglicherweise der erste Schwein-Mensch zur Welt gekommen! Die australische Regulierungsbehörde für Gentechnik spielt den Vorfall herunter. Es habe sich lediglich um eine Kreuzung von Mensch und Tier gehandelt. Bioethiker und Regierungsberater Nick Tonti-Filippini ist dennoch besorgt: "Es wurde nie öffentlich zugegeben, dass es schon Versuche mit menschlichem Erbmaterial gab. Einen kompletten Menschen zu klonen, das ist nur der nächste Schritt." Menschen nach Maß. Menschen als Ersatzteillager. Die nützlichen Teile werden weiterverwendet, der Rest vernichtet. Kirchen und Ethiker protestieren. Ärzte dagegen preisen die Vorzüge. Der Marburger Medizin-Soziologe Ulrich Mueller sagt, es sei ein "Menschenrecht von Patienten", alle Möglichkeiten zur Zeugung gesunder Kinder zu nutzen. Der Wiener Frauenarzt Wilfried Feichtinger: "Es geht nicht um die Atombombe. Klonen soll nicht Leben vernichten, sondern schaffen." Bundeskanzler Gerhard Schröder will das Thema "ohne Scheuklappen" diskutieren. Auch im eigenen Kabinett gehen die Meinungen auseinander. Justizministerin Herta Däubler-Gmelin gilt als Klon-Gegnerin; Forschungsministerin Edelgard Bulmahn als verhaltene Befürworterin. Wenigstens Prä-Implantationsdiagnostik (also die Züchtung von Embryos außerhalb des Körpers; ein Gentest zeigt dann, welches gesund ist) könnte wie in zehn weiteren europäischen Ländern bald auch in Deutschland erlaubt sein. Im Mai oder Juni entscheidet der Bundestag. Antinori, Mounford und Co. könnten bis dahin schon weiter sein. Womöglich helfen sich die beiden sogar. In seinem Team, sagt Antinori, sei auch ein australischer Forscher. Den Namen verschweigt er aber. Aus gutem Grund. Wie in Deutschland steht auch in Australien auf Klonen eines Menschen Haftstrafe. Noch ...

    (QUELLE: Hamburger Morgenpost)