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    Was kommt nach dem Staat?

    Sechs Szenarien für morgen und übermorgen

    Von THOMAS RÖTTCHER und MAGNUS GÖLLER

    Was kommt nach dem Staat? Eine Frage, die man – politisch korrekt – nicht stellen dürfte und die sich dennoch geradezu aufdrängt. Es ist mehr als offensichtlich: Die Souveränität vieler Staaten fängt an zu bröckeln. Schon die Problematik EU/Lissabon-Vertrag (siehe auch den Beitrag "EU-Ermächtigung: auf dem Weg in eine Diktatur?") dokumentiert diese Erosion. Doch wie weit ist es noch her mit der Demokratie in einer entstaatlichten Welt? zeitgeist entwickelt und bewertet verschiedene Szenarien in utopistischer Manier.

    Artikelauszug: vollständiger Text in zeitgeist-Printausgabe 30

    Der Weg in den Überwachungsstaat ist nur ein mögliches Szenario, wenngleich ein sehr wahrscheinliches (Foto: Stefan Flöper, aufgenommen im Schlossmuseum Waldeck, Edersee)
     

    Ist der Staat am Ende?, fragte selbst das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur 2007 in einem Arbeitspapier für den schulischen Unterricht. Erstaunlich, mag man denken – und doch wieder nicht. Denn die Globalisierung von Wirtschaft und Finanzen, die Durchmischung von Ethnien und Kulturen sowie der Drang zu Staatenbünden einerseits, die wachsende Verschuldung der Staaten, das schwindende Nationalbewusstsein und ein allgemeiner Werteverfall andererseits lassen erkennen: Der Staat, weltweites „Erfolgsmodell“ politischer Organisation und noch gestern unumstößliches Bollwerk, steckt in einer Krise.

    Zwar scheint die Stabilität von Staaten, wie wir sie heute kennen, zumindest im Kern Europas nicht infrage gestellt. Vorerst nicht. Denn längst schon zeigen sich neue Formen am Horizont oder haben sich sogar schon – mehr oder weniger stillschweigend – etabliert. Bereits 2004 stand im Stern: „Wirtschaft und Politik bauen diesen Staat rücksichtslos um.“ Doch dies ist ein nur oberflächlicher Blick auf weitaus tiefgreifendere Veränderungsprozesse, die in ganz unterschiedliche Richtungen laufen könnten. Sechs grundlegende Szenarien, die sich zum Teil in Unterszenarien gliedern, zeichnen eine mögliche Entwicklung vor, verkomplettiert um eine Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit für Westeuropa. (...)

    Welche Szenarien dies sind, wie sie sich ausgestalten und zueinander stehen, erfahren Sie in Ausgabe 30. Werfen Sie mit uns einen genaueren Blick in die schicksalhafte Zukunft des heutigen Staatsmodells.

     

    LITERATUR