Humor ist Freiheit und Weite – Die gesundheitliche Wirkung des Lachens

in der Serie "Außergewöhnliche Therapieformen"

Von ROLAND ROTTENFUßER

Schon Aristoteles wusste, dass die Fähigkeit zu lachen von allen Lebewesen allein dem Menschen zukommt, dass es also das Lachen ist, das uns zum Menschen macht. Ähnlich wie die Liebe gehört das Lachen zu den alltäglichsten wie den populärsten Phänomenen der Welt, berührt aber eben auch die Sphäre des Heiligen und Göttlichen. Die Volksweisheit formuliert es kurz und knapp: Humor ist die beste Medizin.

Artikelauszug: vollständiger Text in zeitgeist-Printausgabe 1-2008

Lachend taucht der Mensch in ein Gefühl von Zeitlosigkeit ein und erfährt die Freude der Gegenwart im Augen-Blick“, heißt es auf einer Webseite der Lachbewegung Deutschland. Durch eine bioenergetisch wirksame Vibration löst Lachen Blockaden auf und befreit Energieströme. Es untergräbt die einseitige Identifikation mit dem Ego und knackt den auf würdevollen Ernst programmierten Charakterpanzer; dadurch ähnelt es der Liebe. Und somit unterliegen beide der Gefahr, von moralischen und politischen Zwangssystemen verfolgt zu werden. Wer lacht und wer liebt, ist zudem weitgehend immun gegen die hypnotische Wirkung von gesellschaftlich erwünschten Leitbildern wie Disziplin, Leistung und Erfolg. (…)

Till Eulenspiegel, der vielleicht bekannteste Narr hierzulande: Seine Streiche durchbrachen die Grenzen des Konventionellen

Die mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesenen Effekte des Lachens sind Grundlage der Humortherapie in Krankenhäusern, wie sie etwa von Klinikclowns betrieben wird. Der US-Amerikaner Patch Adams (geb. 1945) gilt als Vater der Humormedizin. Der Arzt und Proficlown gründete das Gesundheit! Institut, eine kostenlose Klinik, die traditionelle Krankenhausstrukturen mit alternativer Medizin, Ökologie, künstlerischem Ausdruck, Handwerk, Naturerlebnis, Bodenbewirtschaftung und Entspannung verbindet. Außerdem ist er durch seine Clownauftritte in Krankenzimmern bekannt. Lange reiste er mit einer Gruppe freiwilliger Clowns nach Russland, um Waisenhäuser und Hospitäler zu besuchen. Adams ist zudem als politischer Aktivist hervorgetreten und gehört zu den vehementesten Gegnern der von US-Präsident Bush vorgeschlagenen „Neuen Freiheits-Kommission zur mentalen Gesundheit“, die durch massenhafte Gesundheitstests abweichende Verhaltensweisen zu stigmatisieren und verhaltensauffällige Menschen in geschlossene Einrichtungen einzuweisen sucht. Patch Adams machte daraufhin das satirische Angebot, George Bush selbst zu untersuchen: „Er braucht jede Menge Hilfe. Ich werde ihn gratis empfangen.“ (…)

Verglichen mit der Figur des Clowns, so scheint es, ist der immer Selbstbewusste, Trittsichere, den unsere Gesellschaft hofiert, nur zu feige, um sich selbst in seiner kreatürlichen, tragikomischen Unvollkommenheit anzuschauen. Aus dieser Angst heraus perfektioniert er sich zum Schein durch eine Maske angestrengter Seriosität und Makellosigkeit – und öffnet oft gerade dadurch der durch die Vordertür verjagten Komik die Hintertür. Loriot etwa wusste die ungewollte Komik angemaßter Würde älterer, gebildeter und sich vornehm gebender Herren trefflich herauszustellen. Der spanische Maler Salvador Dali soll gesagt haben: „Es gibt so viele Narren, die gescheit sein wollen, warum sollte dann ein Gescheiter nicht auch Narr sein?“

Haben Sie Humor? Das und mehr erfahren Sie spätestens bei der Lektüre des vollständigen Beitrags in Ausgabe 1-2008.

 

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