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Edition H1 (Kunstbuch)

ROLF HOCHHUTH

Geboren 1931 in Eschwege, arbeitete er nach eine Buchdruckerlehre zunächst in Buchhandlungen in Marburg, Kassel sowie München. Nebenbei Gasthörer an Universitäten in Heidelberg und München. Von 1955 an acht Jahre lang Lektor bei Bertelsmann. Danach freier Autor in Riehen (Schweiz), wo er sich schwerpunktmäßig mit dem Nationalsozialismus befasst. Sein Schaffen macht ihn zu einem Hauptvertreter des Dokumentartheaters jener Zeit. 1963 wird "Der Stellvertreter", sein erstes Schauspiel, uraufgeführt – eine Bühnenanklage, die einen Skandal auslösen und dem damals 32-Jährigen Weltgeltung bringen wird: Darin wirft er die Frage auf, ob Papst Pius XII. und die katholische Kirche eine Mitschuld an der Judenverfolgung im Dritten Reich trügen.

In seinem Werk "Soldaten, Nekrolog auf Genf" (1967) untersucht er die Mitverantwortung Churchills an den Luftangriffen auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg. 1979 spürt er in "Juristen" der Rolle von NS-Richtern nach, was schließlich den Rücktritt des baden-württembergische Ministerpräsidenten Hans Filbinger, vormals Marinerichter, nach sich zieht. Im 1990 uraufgeführten szenischen Totentanz "Sommer 14" diskutiert er die Schuld der Deutschen am Ersten Weltkrieg. Weiterhin thematisierte Hochhuth u. a. die chemische Wiederbewaffnung der US-Armee, die Praktiken der Treuhand und der Pharmaindustrie, Korruption wie andere soziale Missstände. Rolf Hochhuth starb am 13. Mai 2020 in Berlin.

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