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    Genial banal – Telemedial

    Thomas G. Hornauer macht aus der Not eine Tugend. Das, was ihm Jahre zuvor untersagt wurde, als er noch Inhaber von BTV 4U, dem größten privaten TV-Senders Baden- Württembergs, war, strahlt er seit Dezember 2007 im Internet aus: Kanal Telemedial nennt sich sein Live-Stream, in dem man ihn meist selbst reden hört. „Telemedial ist Teleshoppig, Beratung, Comedy, Soap – ist alles.“ Zunächst trotzig als erstes Antifernsehen und erste Antisekte der Welt bezeichnet, nennt Hornauer sein Programm jetzt schlicht „Selbstwertfernsehen“: Da gibt es eine „Telemediale Lebensschule“, „Intuitive Kunst“ oder den „Orange Table“, zu dem er allerlei schillernde Persönlichkeiten und Musiker einlädt. „Wir sind authentisch im Hier und Jetzt – telemedial.“ Verkürzte Esoterik in Reinkultur, irgendwo zwischen Unterhaltung, Comedy und Abzocke. Immerhin, Kreativität kann man Hornauer nicht absprechen, der einst mit Flirtlines viel Geld machte und als einer der Ersten Liveberatungen und Spielesendungen, damals noch bei BTV, auf die Mattscheibe brachte. Auch mit der Finanzierung seines jüngsten Slow-TV-Projekts will er neue Wege gehen, so z. B. mit der Patenschaft oder dem „freiwilligen Impulsausgleich“ (ein Anruf kostet 10 Euro). Kürzlich würgte er einen Anrufer ab mit den Worten: „Wir prostituieren uns doch nicht für 50 Franken.“ Böse sein kann man ihm nicht. Er selbst bringt es ja auf den Punkt: „Wir sind der Sender, der dazu da ist, ihre Erwartungen nicht zu erfüllen.“

    → Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Printausgabe 29 (1-2009).