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    Globale Verdunklung: Schattendasein eines Phänomens

    Während sich Politik und Massenmedien um die Erderwärmung sorgen, findet eine andere Naturerscheinung hingegen kaum Beachtung: die globale Verdunklung (engl. global dimming). Gemeint ist die allmähliche Verringerung der Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche. Seit den 1950er-Jahren wurden Hunderte von Messstationen eingerichtet, um dieses Schauspiel genauer zu erforschen. Mitte der 80er-Jahre begann Atsumu Ohmura an der ETH Zürich mit der Auswertung der Daten. Seine Erkenntnisse wurden von der Fachwelt jedoch nur zögerlich aufgenommen. Auch Gerry Stanhil, ein englischer Forscher, dokumentierte in Israel den Effekt. Er entdeckte mittels Evaporimeter (Messgeräte für Flüssigkeitsverdunstung), dass sich die Atmosphäre abkühlt und die Verdunstungsmenge weltweit abnimmt, denn insgesamt habe sich die Strahlungsintensität der Sonne von 1961 bis 1990 um geschätzte 4 % verringert. Eine Reihe weiterer Messungen im Indischen Ozean ergab, dass die Luftverschmutzung eine immense Rolle bei diesem Phänomen zu spielen scheint. In Gebieten mit hoher Verunreinigung wurde eine um 10 % geringere Tageslichtintensität als in Gebieten mit sauberer Luft gemessen. Anschaulichstes Beispiel dafür sind die von Flugzeugen hinterlassenen Kondensstreifen. Ihr Einfluss auf das Klima wurde schon länger vermutet, konnte allerdings erst in den Tagen nach den Terroranschlägen vom 11. September direkt beobachtet werden, an denen sämtlicher Luftverkehr über den USA gestoppt war, auch die Kondensstreifen verschwanden. Die Differenz zwischen Tag- und Nachttemperatur stieg um rund ein Grad Celsius an, um anschließend wieder auf „Normalniveau“ abzusinken. Weitere Auswertungen erbrachten, dass der Verdunklungseffekt vor allem auf eine erhöhte Konzentration von Aerosolen in der Atmosphäre zurückzuführen sei, vermutlich verursacht durch Verbrennungsrückstände von Öl, Gas und Kohle sowie die brennenden Ölquellen in Kuwait während des Golfkrieges und die Brandrodung des brasilianischen Regenwaldes. Die globale Verdunklung steht der globalen Erwärmung diametral entgegen – was die etablierte Klimaforschung jedoch nicht daran hindert, sich auch dies argumentativ zunutze zu machen: Die abkühlende Wirkung des Global Dimming sei nun der Grund, warum sich der angenommene Treibhauseffekt bisher nicht im erwarteten Maß auswirke ...

    → Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Printausgabe 29 (1-2009).