Zum Tode von Friederike Beck: Erinnerungen an eine herausragende Publizistin

Am 28. Mai 2017 verstarb die investigative Journalistin, Buchautorin, Bloggerin und Friedensaktivistin Friederike Beck nach längerer Krankheit. Ein schmerzlicher Verlust, auch für die alternative Medienlandschaft.

Friederike Beck (1968–2017) bei einer Lesung in der Bodenseeregion (Foto: Archiv zeitgeist-Verlag 2012)

 

Größere Bekanntheit erlangte sie 2009 durch ihre Recherchen zum rasanten Aufstieg des damaligen Wirtschafts- und späteren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Ihr „Guttenberg-Dossier“ erschien in einer ersten Version als Online-Artikel (in zwei Teilen) und wurde innerhalb eines Jahres über eine halbe Million Mal aufgerufen. Eine überarbeitete Fassung, ergänzt um einen umfangreichen dritten Teil, erschien 2011 als Taschenbuch im Verlag zeitgeist Print & Online.

Friederike Beck gebührt die Ehre, diejenige gewesen zu sein, welche die transatlantischen Verstrickungen in Wirtschaft, Politik und Medien aufdeckte und einer größeren Öffentlichkeit bekannt machte. Mit dem „Guttenberg Dossier“ und den zwei begleitenden Video-Interviews, in dem Ross und Reiter benannt und die Ursprünge des Transatlantizismus beschrieben werden, hat sie Geschichte geschrieben. Ihre Nachforschungen wurden später u. a. von der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ aufgegriffen. Heute wird die Einflussnahme transatlantischer Netzwerke auf deutsche Eliten kaum noch bestritten.

Auch vor anderen heiklen gesellschaftlichen wie medizinischen Themen schreckte sie nicht zurück. Ihre breit angelegte Kompetenz brachte messerscharfe Analysen, teils auch mit satirischem Charakter, hervor. Ihr Autorenblog legt anschaulich Zeugnis darüber ab. Er soll deshalb bestehen bleiben. In anderen Print- und Onlinemedien erschienen weitere Artikel von ihr, so auch auf zeitgeist-online.de. Einige Beiträge liegen noch bei uns und werden in absehbarer Zeit veröffentlicht.

Die 1968 Geborene wurde schon früh auf historische Zusammenhänge geprägt. Ihr Vater Hanno Beck war Professor für Geschichte an der Universität Bonn. Kaum verwunderlich also, dass auch sie Geschichte, zudem Slawistik und Anglistik, studierte. Später übersiedelte sie nach Spanien. Ab 2008, als sie verstärkt journalistisch aktiv wurde, hielt sie sich häufig auch in Bonn auf.

Noch gut erinnern wir uns daran, wie wir im Sommer 2012 gemeinsam mit Friederike auf einem philosophischen Kongress in Dresden auftraten. Dort lernte sie auch den Geopolitik-Experten und Publizisten Wolfgang Effenberger kennen. Bereits damals beklagte sie, dass es keine deutschen Denkfabriken gäbe, zumal keine, die sich intensiv der Erhaltung des Friedens verschrieben hätten.

Drei Jahre später sollte sie zusammen mit Effenberger und anderen eine eigene gründen, die „Gesellschaft für Internationale Friedenspolitik“ mit Sitz im nordhessischen Eschwege, wo sie die letzten Jahre lebte. Der eingetragene Verein hat seither zwei größere Kongresse ausgerichtet. Ihr großer Tatendrang erhielt immer wieder Rückschläge aufgrund anhaltender gesundheitlicher Beschwerden. Zugesetzt hatte ihr in dieser Zeit auch der frühe Tod ihrer Schwester.

2016 erschien ihr zweites Buch „Die geheime Migrationsagenda“ im Kopp-Verlag, das sich mit den Hintergründen der überbordenden Zuwanderung beschäftigt. In gewohnt souveräner Manier legte sie in diesem Werk ihre Sichtweise bezüglich verschiedener möglicher Drahtzieher der Migrationskrise und deren Motive offen.

Neben ihrer publizistischen Mission lag ihr der Gesang (Mezzosopran, Alt) sehr am Herzen. Über die Zeit entstanden einige Lieder mit nicht selten sozialkritischen Texten, die sie dann selbst einsang. Manche Stücke finden sich auf ihrem Blog.

Friederike, man mag dich weiterhin lesen und hören!

Thomas Röttcher (Verleger) und
Magnus Wolf Göller (Autor und Blogger)