Willkommen in der Plastikzeit!

Alle Welt blickte in den letzten Monaten auf die Katastrophe im Golf von Mexiko. Weitaus gefährlicher indes – da weltweit anzutreffen, fortdauernd und weitestgehend unterschätzt – ist ein altbekanntes Derivat des Erdöls: Plastik. Eine synthetische Kunststoffschicht beginnt, fast unmerklich, unseren Planeten zu überziehen. Wussten Sie, dass allein in Europa 60 Mio. t Plastik jährlich produziert werden (= 25 % der Weltproduktion)?

Dass das Verhältnis Plastik zu Plankton im Meer heute 60:1 beträgt (1997 war es noch 6:1)? Dass Fische Plastikpartikel mit Plankton verwechseln und so mit vollem Magen verenden? Dass Fische zunehmend gleichgeschlechtlich werden, weil Chemikalien im Plastik Östrogene imitieren? Oder dass zwar die in der Nahrung enthaltenen Substanzen, nicht aber diejenigen in der Verpackung ausgewiesen werden müssen? Über Letztere nämlich schweigen sich die Hersteller aus. 700 Studien gebe es mittlerweile, die beweisen, dass Plastik schädlich ist, heißt es in dem  engagierten Film.

Doch die Lobby der Kunststoffindustrie hält dagegen. Sonst wüssten wir längst aus den Medien, dass es z. B. „Bioplastik“ gibt, kompostierbaren Polymer, der nach wenigen Monaten vollständig abgebaut wird. Filmemacher Werner Boote fordert daher zu Recht: Die chemische Industrie sollte ab sofort beweisen, dass ihre Produkte unschädlich sind. Bislang ist es umgekehrt! Plastik ist verführerisch. Doch ist es auch unser Schicksal?

Titel: Plastic Planet
Originaltitel:
Jahr: 2009
Land: Österreich, Deutschland
Regie: Werner Boote
Genre: Dokumentation
Im Netz: www.plastic-planet.de
Vertrieb: Euro Video

→ Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Ausgabe 30

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