Traum im Traum im Traum

Viren dringen in unseren Körper ein und nehmen, sofern unerkannt, eine „Umprogrammierung“ des Wirts zum  eigenen Nutzen vor. Oder es obsiegt das Immunsystem und wehrt den Eindringling ab. So oder ähnlich lehrt es die Medizin. Dass sich auch Gedanken wie Viren verhalten, wissen Anhänger der Memetik (siehe zeitgeist-Nr. 3-2001)  oder auch der Bewusstseinsforscher Oleg Lohnes seit Langem (vgl. zeitgeist-Nr. 1-2003, 2-2003 und 1-2004).

Christopher Nolan, der u. a. „Memento“ (USA 2000) abdrehte, greift diese Idee in „Inception“ auf: In vielleicht nicht allzu ferner Zukunft hat sich Dom Cobb – erstaunlich überzeugend dargestellt von Leonardo DiCaprio – auf den Diebstahl (geheimer) Gedanken spezialisiert. Eines Tages erhält er den Auftrag, einen fremden Gedanken zu implantieren, ohne dass er abgestoßen wird – eine schier unlösbare Aufgabe.

Beeindruckende Spezialeffekte und Actionszenen auf mehreren Kontinenten, die einem Bond-Streifen entsprungen sein könnten – für mein Empfinden jedoch etwas zu umfangreich ausfielen –, ließen einen Popcorn-Blockbuster entstehen, der Vergleiche mit „Matrix“ nicht zu scheuen braucht: Den Rahmen für das Geschehen bildet das sogenannte Klarträumen, ein bewusstes gestalterisches Träumen, das bei Nolan sogar untereinander verkoppelt möglich wird („Dream Sharing“) und mehrfach verschachtelten Träume ermöglicht. Wie so oft bleibt zum Schluss die Frage: Was war nun Traum und was Realität?

Titel: Inception
Originaltitel: Inception
Jahr: 2010
Land: USA
Regie: Christopher Nolan
Genre: Science-Fiction
Im Netz: wwws.warnerbros.de/inception
Vertrieb: Warner Bros.

→ Dieser Beitrag erschien in zeitgeist-Ausgabe 30

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