München 1980: Fiktion trifft Fakten

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Ein Kriminalroman, basierend auf neuen brisanten Erkenntnissen mit großer politischer Tragweite – so lässt sich das Buch des Stuttgarter Autors Wolfgang Schorlau kurz zusammenfassen. Sein Protagonist, Privatdetektiv Georg Dengler, wird mit neuen Ermittlungen zu dem verheerenden Terroranschlag beim Münchner Oktoberfest von 1980 beauftragt.

Durch seine Recherchen gelangt er immer mehr zu der Einsicht, dass die These einer Einzeltäterschaft nicht mehr haltbar ist. Stattdessen vermutet er, dass die Geheimdienste ihre Finger im Spiel hatten ...

Dem Autor gelingt es, durch die Verknüpfung von realen Ereignissen mit neuen, brisanten Fakten und der fiktiven Geschichte über Denglers Ermittlungen die komplexe Thematik aufzulockern und gleichzeitig Spannung zu erzeugen, die über das ganze Buch anhält. Im Anschluss lädt er durch zahlreiche Quellenangaben dazu ein, sich mit den Hintergründen des Münchner Attentats auseinanderzusetzen.

Besonders eindrücklich ist die kurze Schilderung im Anhang, wie Schorlau auf das Thema aufmerksam wurde: Zwei anonyme Informanten ließen ihn Dokumente der damaligen Sonderkommission „Theresienwiese“ lesen – Unterlagen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Spätestens in diesem Moment läuft es einem beim Lesen kalt den Rücken herunter.

Titel: Das München-Komplott
Untertitel: Denglers fünfter Fall
Autor: Wolfgang Schorlau
Jahr: 2009
Verlag: Verlag Kiepenheuer & Witsch
Genre: Roman
Aufmachung: 336 Seiten, Taschenbuch

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