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  • Werte im Wandel – Vom Sein zum Schein und zurück?

    Von RODERICH ZINBURG

    Unsere Gesellschaft unterliegt einem permanenten Wandel. In dieser Zeit der Umbrüche ist es wichtiger denn je, dass sich unsere Gesellschaft über nicht wandelbare Werte einig ist und es auch Personen gibt, die diese verfolgen und umsetzen. In der Politik geht es um Macht und Interessen – und um deren Durchsetzung. In den Führungsetagen der Unternehmen zählt mehr der Schein (oder die Scheine) als Werte. Und dennoch tauchen in allen Bereichen des Lebens (auch in den oben genannten) immer wieder charismatische Personen auf, die als Vorbilder fungieren können – oder zumindest könnten.

    Um eine derartige Funktion ausüben zu können, muss die entsprechende Person über Authentizität verfügen. Sie muss vermitteln, dass zwischen ihrem Denken, Sprechen und  Handeln keine Diskrepanzen vorliegen. Mit anderen Worten, es muss ihr gelingen, die sie lenkenden Werte „an den Mann zu bringen“. Dies macht den Charakter einer Person aus. Als Summe seiner guten und schlechten Eigenschaften sollte jeder Mensch bemüht sein, die Eigenschaften, die er für erstrebenswert erachtet, zu schulen. Dazu braucht es ein großes Maß an Selbstdisziplin, Pflichtbewusstsein und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, darüber hinaus Selbstlosigkeit im Sinne von Demut und Opferbereitschaft nötig. Treffen diese „guten“ Eigenschaften auf einen visionären Typus, der es versteht, Ziele zu definieren, Pläne zu erstellen und andere mitzuziehen, sie zu motivieren, dann haben wir eine solche charaktervolle Person vor uns: Sie besticht durch ihr Sein – und hat die Fähigkeit zur Führungskraft. Bei ihr bilden Gedanken, Worte und Taten eine Einheit.

    Wandeln sich das Denken und Handeln, wandelt sich die Gesellschaft

    Es kommt also auf das Fundament an. Dieses kann durch Arbeit an sich selbst im täglichen Leben gestählt werden. Nun kommen die Begriffe Körper, Geist und Seele ins Spiel. Auch hier geht es darum, eine Einheit aus allen dreien zu formen. Je wahrhaftiger dies gelingt, desto wertiger erscheint die Person. Die Erschaffung einer Einheit aus den Bereichen Körper, Geist und Seele obliegt dem Bewusstsein. Es geht letzten Endes also darum, das eigene Bewusstsein basierend auf einer wertvollen Basis zu schärfen und zu stärken, so etwa mittels Yoga, Meditation oder einem anderen „Sich-nach-innen-Wenden“.

    In den Veden, diesen alten indischen Weisheitssammlungen, finden sich eine Reihe von Vorstellungen zu jenen Werten, die diese Basis bilden: Liebe, Rechtschaffenheit, Wahrheit, Frieden, Gewaltlosigkeit. Wer sie an oberste Stelle seines Denkens und Handelns setzt, hat die Voraussetzung geschaffen, von seiner Umwelt als außergewöhnlich wahrgenommen zu werden. Letztendlich wird es so einer Person jedoch egal sein, wie sie nach außen wirkt, denn sie ist gefestigt in sich und nicht auf die Anerkennung Anderer angewiesen. Sie wirkt durch ihr Sein. Egal, in welchem Bereich des Lebens sie arbeitet, sie wird die Aufmerksamkeit Anderer auf sich ziehen und als Charakter zu erkennen sein. Eine solche Person ist ebenfalls in einem permanenten Transformationsprozess, da sie sich selbst in einem Spannungsfeld der Gewohnheiten befindet. Dieses besteht aus Wünschen, Fertigkeiten und Wissen. Es gilt die Willenskraft und die Zeit mitzubringen, damit ein Wandel stattfinden kann. Ein Wandel, der sich durch die ganze Gesellschaft hindurch ziehen kann und somit Einfluss gewinnt. Wandeln sich das Denken und Handeln, wandelt sich die Gesellschaft.

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