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  • "Aleppo unter Feuer": Syrien im Strudel geostrategischer Interessen

    Von WOLFGANG EFFENBERGER

    Die Situation in Syrien spitzt sich weiter zu. Und sie könnte schicksalhaft sein, auch für den Westen. Das von den Leitmedien vermittelte Bild ist indes stark verfälscht und tendenziös. Wolfgang Effenberger („US-'Demokratieexport': immergleiches Drehbuch – auch für Syrien?“) hinterfragt die Lage und fördert kaum bekannte Fakten zur geopolitischen „Prägung“ der Vereinigten Staaten zutage, welche die Motive der „Operation Nahost“ weiter erhellen.

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    In unerschütterlicher Konsequenz sehe der Westen seit eineinhalb Jahren dem Wüten des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung zu, maßregelt Richard Herzinger, politischer Redakteur der Welt am Sonntag, in seinem Kommentar 28. Juli 2012 die „westliche“ Welt: „Ohne ein militärisches Eingreifen auch nur in Betracht zu ziehen – und so zumindest eine wirksame Drohkulisse gegen die immer brutaler um sich schlagende syrische Diktatur zu errichten“ drohe dem Land nun ein langer Stellvertreterkrieg.1

    Mit „Entscheidungsschlacht um Aleppo“ überschrieb am gleichen Tag der Spiegel seinen Artikel zur Lage in Syrien, um dann ein kriegsdramatisches Bild zu malen: „Aleppo steht unter Feuer“.  Sowohl die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) als auch das Assad-Regime stilisierten den Kampf um Aleppo zur Entscheidungsschlacht, wobei regierungstreue Medien sogar die Metapher von der „Mutter aller Schlachten“ bemüht hätten. Sollen hier Erinnerungen an den Untergang des Saddam-Regimes geweckt werden?

    Schon Mitte Januar 2012 beobachtete der französische Krisenberichterstatter Thierry Meyssan, dass neue und unbekannte Oppositionsgruppen auf der westlichen Medienebene auftauchten

    Nur 12 Stunden später überschreibt Spiegel online einen Artikel über die syrische Opposition: „Befreundete Länder sollen Rebellen bewaffnen“. Während Regierungstruppen von Aufrührern gehaltene Stadtviertel Aleppos mit Hubschraubern und Kampfflugzeugen angriffen, mache der Syrische Nationalrat (SNC), eine erst im August 2011 in Istanbul gegründete Dachorganisation der syrischen Opposition, jetzt Druck auf ausländische Verbündete und fordere, die Rebellen mit Waffen zu versorgen: „Wir wollen Waffen, die die Panzer und Kampfflugzeuge stoppen“, so angeblich der in Abu Dhabi lebende SNC-Chef Abdel Basset Sajda. Weiter forderte er, dass diese Hilfe außerhalb des UNO-Sicherheitsrats erfolgen müsse, da es für Interessengruppen ein Vetorecht gebe.

    Fast gleichzeitig erschien in der Sonntagsausgabe der Washington Post ein weniger martialisch anmutender Artikel mit dem Titel „U. S. cautions Syrian Rebels“. Darin ermahnt die Regierung von Obama die syrischen Oppositionskräfte, den verhassten Sicherheits- und Regierungsapparat von Präsidenten Bashar Al-Assad nicht komplett aufzulösen, wenn er getötet oder gestürzt werden sollte. US-Offizielle möchten verhindern, so die Washington Post, dass sich die  im Irak 2003 entstandene Verwirrung durch das Machtvakuum wiederholt. Zur gleichen Zeit meldete die von den USA gestützte Syrian Support Group (SSG), dass sie erfreulicherweise nun dank des US-Finanzministeriums logistische und finanzielle Unterstützung für den bewaffneten syrischen Widerstand zur Verfügung stellen könne.2

    Der einseitige Blick westlicher Medien auf syrische Oppositionsgruppen

    Schon Mitte Januar 2012 beobachtete der französische Journalist und Krisenberichterstatter Thierry Meyssan, dass neue und unbekannte Oppositionsgruppen auf der westlichen Medienebene auftauchten. Unter ihnen die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (englisch: Syrian Observatory for Human Rights, kurz: SOHR). Fernab der Konfliktzone arbeiten nur zwei Personen für diese Beobachtungsstelle. Der Leiter Rami Abdel Rahman – sein richtiger Name lautet auf Osama Ali Suleiman – lebt seit elf Jahren im Londoner Exil und besitzt einen syrischen, einen britischen und einen schwedischen Pass.3 Als ehemaliger Kleinhändler verfügt er weder über eine journalistische oder juristische Ausbildung, noch über einen höheren Schulabschluss. Trotzdem werden die Berichte dieser Organisation über Ereignisse in Syrien oft zur Quelle von Informationen für westliche Journalisten.4

    Ist es wirklich ein Rätsel, dass dieser Mann neben den Kommandeuren der FSA und dem SNC zur Hauptquelle der Berichterstattung über Syrien bei CNN, AP, AFP, Reuters, dpa und Spiegel (online) werden konnte? Dabei existieren nach dem weltweit bekannten Olof Palme International Center über 38 eingetragene Organisationen der Syrischen Opposition.5 Wo sind deren Stimmen bei den genannten Leitmedien?

    Syriens exponierte Lage im Verantwortungsbereich (Area of Responsibility, AOR) des US-CentralCommand (Quelle: Wikimedia Commons)


    Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten die USA den Erdball in sechs regionale Militärkommandos ein. Unter den 27 Ländern des zentralen amerikanischen Militärkommandos CENTCOM kommt Syrien besondere strategische Bedeutung zu. Dank der guten syrischen Beziehungen zu Russland darf die russische Seekriegsflotte seit 2008 einen Stützpunkt in der syrischen Marinebasis Tartus betreiben. Enge Beziehungen unterhält das multiethnische und multireligiöse Syrien mit der schiitischen Mehrheit, vor allem aber zum schiitisch geprägten Iran. Dieser Schulterschluss wird vom Nachbarn Israel als ständige Bedrohung wahrgenommen. Für die sunnitischen Staaten dagegen ist die syrische Unterstützung schiitischer Minderheiten in Bahrain bzw. Katar ein Ärgernis.

    Nach der Satzung der „Arabischen Liga“, einem Zusammenschluss von 21 Nationalstaaten in Afrika und Asien sowie den Palästinensischen Autonomiegebieten, soll die Unabhängigkeit und Souveränität der Mitgliedsstaaten und der arabischen Außeninteressen gewahrt werden. Streitfälle der Mitglieder untereinander sollen verhütet und geschlichtet werden. Doch Didier Billion – er forscht am Institut für internationale Beziehungen und strategische Fragen (IRIS) in Paris – ist überzeugt, dass die Arabische Liga nicht zur Lösung des Syrien-Konflikts beitragen kann. Seit fast einem Jahr kommen von einigen wenigen Mitgliedern der Arabischen Liga, allen voran Saudi-Arabien und Katar, nichts als Einschüchterungen. Sie drohen damit, Druck auszuüben, damit Baschar al-Assad sein Land demokratisiert oder es verlässt.

    Dank der guten syrischen Beziehungen zu Russland darf die russische Seekriegsflotte seit 2008 einen Stützpunkt in der syrischen Marinebasis Tartus betreiben

    Didier findet es paradox, „wenn ausgerechnet Katar und Saudi-Arabien den Mund aufmachen – alle beide Muster an demokratischer Tugendhaftigkeit“6, es belustigt ihn, dass diese Diktaturen anderen Vorschriften machen wollen. Hinzu kommt, dass diese beiden Länder enge US-Verbündete sind und in der Syrien-Frage mit den Vereinigten Staaten und einigen anderen westlichen Allierten auf einer Linie liegen. Dabei gibt es jedoch innerhalb der Arabischen Liga auch Staaten, die geradezu entgegengesetzte Wege gehen oder zumindest deutlich andere.

    Arabische Despoten als wichtigste Verbündete

    Als erstes Ziel seiner fernöstlichen Reise suchte US-Präsident Obama Anfang Juni 2009 seine streng islamischen Freunde in Saudi Arabien auf. Die absolute Monarchie hat das Wahhabitentum als Staatsreligion im Artikel 23 ihrer Grundordnung verankert: „Der Staat schützt den islamischen Glauben, wendet die Schari'a an, gebietet, was recht ist und verbietet, was verwerflich ist. Er erfüllt die Pflicht, [die Menschen] zum Islam einzuladen.“7 Neben Pakistan gilt das Königreich als weltweites Zentrum des islamischen Fundamentalismus. Top-Terroristen wie Osama bin Laden kommen aus Saudi-Arabien, ebenso wie 15 der 19 Attentäter des 11. September 2001. Doch Afghanistan – aus dem keine Attentäter der Terroranschläge von 9/11 stammten – wurde nur 27 Tage nach dem Anschlag von den USA angegriffen. Dagegen pflegt das Weiße Haus weiterhin enge Beziehungen zu Saudi-Arabien. Diese werden weder durch eine undemokratische Regierungsform, noch durch Menschenrechtsverletzungen und unmenschliche Bestrafungen (auf Homosexualität etwa steht die Todesstrafe!) getrübt. Ohne Einfluss bleibt auch der Umstand, dass sich Saudi-Arabien und Israel seit dem Palästinakrieg von 1948 offiziell im Kriegszustand befinden. Der Staat Israel wird weiterhin nicht anerkannt, politische Kontakte beider Länder gibt es nicht.8 Da müssen die gemeinsamen Interessen sehr schwer wiegen!

    Als US-Präsident Carter im Juli 1979 islamische Desperados für den Krieg gegen die sozialistische Regierung in Kabul anwerben ließ, stellte das Königreich Saudi-Arabien dafür rund die Hälfte der Finanzen zur Verfügung. Nach dem 11. September erschienen die weltumspannenden Spenden und Moscheebauten, so die König-Fahd-Moschee in Sarajevo, mit einem Mal in einem ganz anderen Licht. Die islamischen Geister, die von den USA zu Zeiten des Kalten Krieges gerufen und instrumentalisiert wurden, tauchten nun ebenso siegeshungrig wieder an den wohlbekannten Kriegsschauplätzen auf. Dafür lobte Obama den „religionsübergreifenden Dialog“ des saudi-arabischen Königs Abdullah und die „Führungsrolle“ der Türkei in der „Allianz der Zivilisationen“.9

    Im Jahr 2011 gab Saudi-Arabien ungefähr 59,09 Mrd. US-Dollar (42,51 Mrd. Euro) für seine Verteidigung aus und belegt damit im internationalen Vergleich Platz fünf.10 Der Abstand zu dem Land mit dem nächsthöheren Militärbudget, der Türkei, beträgt 13 Mrd. US-Dollar – eine relativ hohe Summe, was die saudischen Streitkräfte als Kunde für westliche Rüstungskonzerne besonders interessant macht. So konnten dann auch saudische Streitkräfte im Nachbarstaat Bahrain die Proteste der schiitischen Minderheit ohne wahrnehmbare Proteste aus dem westlichen Lager niederknüppeln. 

    Syrienkrise seit 9/11 beschlossene Sache

    Nach Angaben Thierry Meyssans beschloss die Bush-Administration am 15. September 2001 in Camp David eine Reihe von Kriegen: Afghanistan und Irak, Libyen und Syrien, Sudan und Somalia und schließlich mit dem Iran. Ende 2003, nach dem Fall von Bagdad, verabschiedete der Kongress den „Syrian Accountability Act“11. Darin wird u. a. die Absicht bekundet, die syrische Unterstützung des Terrorismus und die syrische Präsenz im Libanon zu beenden sowie die syrische Entwicklung von Massenvernichtungswaffen zu stoppen. Seit geraumer Zeit führe nun der Westen, so Meyssan, einen nichtkonventionellen Krieg gegen Syrien. Dazu habe er von Prinz Bandar Bin Sultan angeheuerte arabische und Paschtunkämpfer geschickt, die von französischen und deutschen Spezialtruppen ausgebildet worden seien.12

    Im Januar 2012 traf sich in Berlin-Wilmersdorf eine Gruppe von bis zu 50 syrischen Oppositionellen aller Couleur, um Pläne für die Zeit nach Assad zu schmieden

    Diese These stützt Raniah Salloum im Spiegel-Beitrag „Wie der Westen in Syrien heimlich Krieg führt“: „Der Westen hat jedoch schon längst in Syrien interveniert.“ In diesem Artikel kam auch Markus Kaim, Experte für Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin (SWP), zu Wort: „Man kann inzwischen von einem militärischen Engagement sprechen.“ Mit mehreren Monaten Verspätung wurde nun also im Spiegel „enthüllt“, was schon lange bekannt ist: Die USA und ihre Verbündeten führen einen Krieg gegen Syrien. Gern wurde Assad im Spiegel und in anderen gängigen Printmedien zu den „irren“ und „unzurechungsfähigen“ Feinden der NATO (wie etwa Milosevic, Saddam Hussein und Ahmadinedschad) gezählt. Angesichts der „neuen“ Fakten fiele es schwer, Assad zu widersprechen, wenn er behaupten würde, der Westen habe sich gegen Syrien verschworen.  

    Auf dem Pfad der Eskalation

    Im Januar 2012 und auch danach traf sich in Berlin-Wilmersdorf eine Gruppe von bis zu 50 syrischen Oppositionellen aller Couleur, um Pläne für die Zeit nach Assad zu schmieden. Ort der klandestinen Zusammenkünfte war die bereits erwähnte SWP am Ludwigkirchplatz. Die Regimegegner wurden „unter beträchtlichem Aufwand“ diskret aus der ganzen Welt nach Berlin eingeflogen. Darunter „Ex-Generäle, Wirtschafts- und Justizexperten sowie Vertreter aller Ethnien und Konfessionen – Muslimbrüder eingeschlossen, aber auch säkulare Nationalisten“, schreibt der Autor Jörg Lau im Zeit-Artikel „Das neue Syrien kommt aus Wilmersdorf“. Unter dem Namen „Day After“ wird das geheime Projekt von der SWP in Partnerschaft mit dem United States Institute of Peace (USIP) organisiert. Das USIP wurde bereits unter der Präsidentschaft Ronald Reagans als überparteiliche Einrichtung ins Leben gerufen.

    Laut der Projektleiterin des sich bis vor kurzem noch konspirativ treffenden Kreises, Dr. Muriel Asseburg, liegen die Erfolgschancen für Verhandlungen bei null: „Nur die totale Kapitulation kommt noch in Frage.“13 Nun gehe es bei den Treffen darum, für den „Tag danach“ „konkrete Maßnahmen“ auszuarbeiten, um „für Ordnung“ sorgen zu können.14 Das Assad-Regime scheint doch zäher als vermutet. Schon 2005 prognostizierte SWP-Direktor Perthes: Es sei „in seinem Endstadium angelangt, auch wenn es versuchen mag, den Exitus noch einige Monate oder Jahre hinauszuzögern“.15 Dass die Syrer einen Regimewechsel von außen begrüßen würden, bezeichnete er darin als Illusion.

    Solche Wunschvorstellungen einiger schlecht informierter Kräfte würden den syrischen Nationalismus mindestens so unterschätzen wie zuvor den irakischen. „Ebenso irrsinnig wäre es, auf Vertreter jener selbsternannten Opposition zu setzen, die sich in den Washingtoner Korridoren besser auskennen als in den Straßen von Damaskus.“16 Merkwürdigerweise bastelt Perthes mit eben jenen „Selbsternannten“ nun selbst seit einem halben Jahr im Verborgenen an der Zukunft des arabischen Landes.

    Wenn auch Perthes seit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings wiederholt öffentlich für eine Unterstützung der syrischen Opposition eintrat, so verzichtete er im März 2011 in einem Artikel für die New York Times auf die übliche Schwarz-Weiß-Malerei, indem er schrieb: „Fairerweise“ müsse gesagt werden, „dass Assad sich nicht nur auf Repression und seine Gefolgsmänner verlässt. Im Unterschied zu Hosni Mubarak oder Zine el-Abidine Ben Ali hat der relativ junge syrische Führer tatsächlich einige Popularität erlangt“.17 Was die Situation in Syrien nicht leichter macht. Werden nun die bewährten „Werkzeuge“ aktiviert (siehe hierzu auch zeitgeist-Beitrag „US-,Demokratieexport‘: immergleiches Drehbuch – auch für Syrien?“)?

    In einer als „vertraulich“ eingestuften Depesche der deutschen US-Botschaft vom 21. Januar 2010 gegenüber den US-Vertretern hatte sich Perthes für Sabotageakte gegen den Iran ausgesprochen. Bis Sanktionen greifen, sei eine „Politik der verdeckten Sabotage – unerklärliche Explosionen, Unfälle, Computerangriffe etc. –  effektiver als ein Militärschlag, dessen Auswirkungen auf die Region furchtbar sein könnten“. So wird die Position des SWP-Direktors in dem US-Dokument wiedergegeben.18

    Im Namen des Krieges gegen den Terrorismus unterstützt das westliche Militärbündnis eine Rebellion, die von islamischen Terroristen zusammengehalten wird

    Nach der Enthüllung rechtfertigte er seinen Standpunkt mit den Vorzügen, welche Sabotageakte gegenüber Militärschlägen hätten, „weil die Führung eines betroffenen Landes nicht [darauf] reagieren muss, alle können sich darauf zurückziehen, dass es technische Probleme gegeben hat, niemand muss zurückschießen oder bombardieren deswegen“.19 Ob man sich überhaupt in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen darf, steht für den deutschen Think-tank und dessen Direktor gar nicht zur Debatte, sondern lediglich auf welche Weise. „Völker- und Menschenrechte haben für die Denkfabrik dabei offenbar nur einen rein instrumentellen Charakter.“20 

    Endemische Kriegszustände zementieren?

    Könnte es sein, dass die USA die internationalen Spannungen auf dem bestimmten Niveau eines begrenzten, aber endemischen Kriegszustandes halten wollen? Im Süden Eurasiens führt das US-Regionalkommando CENTCOM nicht enden wollende Kriege. Im Jahr 2010 zeichnete Obamas Antiterrorbehörde eine Bedrohungskarte. Gezeigt wird dort der islamische Gürtel von Zentralasien bis zur nördlichen Westspitze Afrikas.21 Gewarnt wird vor einem „Pan-islamischen Kalifat“ des seit über zehn Jahren weltweit gesuchten Top-Terroristen Bin Laden.22 Mit dem Aufbau dieses Kalifats – von der nördlichen Westspitze Afrikas bis nach Zentralasien – würden in diesem islamischen Gürtel verstärkte Unruhen einhergehen.

    Und zur Überraschung der restlichen Welt brach in dieser Region nur wenige Monate später die erste Revolution aus. Nachdem sich am 17. Dezember 2010 in Tunesien der  junge Markthändler und Revolutionär Mohamed Bouazizi (vgl. „Mohamed Bouazizis Selbstverbrennung als Auslöser einer Zeitenwende?“) aus Verzweiflung über Arbeitslosigkeit und Korruption mit Benzin übergoss und in Brand steckte, scheint im arabischen Gürtel des Mittelmeerraumes das Gespenst der Befreiung auferstanden zu sein.

    Als sich – für den Westen zunächst überraschend – der Ruf nach Freiheit, Demokratie und Menschenrechten erhob, wurden diese Rufe von den US-Geheimdienstresidenten in den dortigen US-Botschaften im Sinne der westlichen Welt beeinflusst.23 Die dafür notwendigen Netzwerke und die Mittel waren ja vorhanden. Und wie in der Überschrift verheißen, schürten Al-Kaida-Kämpfer die Unruhen an. Aber nicht für das Pan-Islamische Kalifat Osama bin Ladens, sondern für die Interessen der USA.

    Treffsicher beschreibt Michel Chossudovsky das Al-Kaida-Netzwerk als Werkzeug der Intervention durch USA und NATO.24 Obwohl die Libysche Islamische Kampfgruppe (LIFG) als Ganzes sowie ihre einzelnen Mitglieder vom UN-Sicherheitsrat bis zum 21.06.2011 als Terroristen eingestuft waren, legten sich NATO und LIFG ins Lotterbett. Im Namen des Krieges gegen den Terrorismus unterstützt das westliche Militärbündnis eine Rebellion, die von islamischen Terroristen zusammengehalten wird. Inzwischen sollen Kämpfer der LIFG bereits auf syrischem Boden im Einsatz sein.

    Sollte sich Assad entschließen, die Kurdenkarte zu ziehen und den syrischen Kurden Autonomie zu versprechen, dürfte die Krise um Syrien noch komplexer werden. Dann wäre das seit Ende des Ersten Weltkrieges virulente Kurdenproblem wieder auf dem Tisch – mit nicht absehbaren Konsequenzen für die Türkei25, den Irak und den Iran sowie entsprechenden Auswirkungen auf die amerikanische Geopolitik.

    „Und ihr denkt, es geht um einen Diktator“

    Am 24. Juli 2012 beklagte sich der Historiker Hans-Christof Kraus in der FAZ in bestechender Weise über „das Ausmaß an fast schon sträflicher Naivität oder auch nur schlichter Ignoranz“ und meinte: „Zehn Minuten Nachhilfe aus gegebenem Anlass können nicht schaden.“ Für ihn scheint die Unkenntnis, die Journalisten und Kommentatoren in den deutschen Medien offenbaren, wenn es darum geht, die Hintergründe der Krise in Syrien zu erhellen, skandalös. Ihre Berichterstattung offenbare ihre „geopolitische Ahnungslosigkeit“, heißt es in dem Artikel, dessen Überschrift nicht umsonst provokativ lautet: „Und ihr denkt, es geht um einen Diktator“.

    Seit im Dritten Reich die Geopolitik in Verruf geraten war, hat man in unserem Land verlernt, in weltpolitischen und geostrategischen Kategorien zu denken

    Dabei geht es den Geopolitikern und deren Handlangern, den Geostrategen, um viel mehr. Es geht um nichts weniger als die Weltherrschaft! So verlaufen die Konfliktlinien dort, wo sie von fast allen deutschen Beobachtern nicht einmal mehr wahrgenommen werden. Seit im Dritten Reich die Geopolitik in Verruf geraten war, hat man in unserem Land verlernt, in weltpolitischen und geostrategischen Kategorien zu denken.  

    Eine Einteilung in „Weltinsel“ und „Herzland“

    An der Schwelle des 20. Jahrhunderts – die gesamte Landoberfläche des Globus war aufgeteilt und zumeist unter die politische Oberherrschaft der Engländer und Amerikaner gestellt – hatten die Angelsachsen zum ersten Mal Anlass, um ihre Weltstellung fürchten zu müssen. Der britische Geograph und Politiker Halford Mackinder (1861–1947) entwickelte ein Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg seine außerordentlich folgenreiche Lehre von der Unterlegenheit der maritimen Weltmächte: Unter dem Titel „Der geographische Drehpunkt der Geschichte“ schilderte Mackinder im April 1904 „das uralte, ewig neue Gegenspiel der großen zentralen Steppenmacht der alten Welt, die sich immer wieder gegen die meerbestimmten Randländer erhebt“.26 Mackinder prägte den Begriff des Herzlandes und bezeichnete diese Regionen als Sprungbrett zur Erlangung der Herrschaft über den Kontinent. Zum Durchbruch verhalf er seiner Theorie mit dem berühmten Ausspruch:

    „Wer über Osteuropa herrscht, beherrscht das Herzland:
    Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel (Eurasien).
    Wer über die Weltinsel herrscht, beherrscht die Welt.“27

    Hatte bis dahin das Diktum des amerikanischen Marine-Clausewitz Alfred T. Mahan (1840–1914) von der Unangreifbarkeit global agierender Seemächte gegolten, so ordnete Mackinder diese nun dem „äußeren insularen Bereich“ zu, während er Europa, Asien und Afrika als gigantischen Großkontinent auffasste, den er die „Weltinsel“ nannte. Kern dieser Weltinsel war das „Herzland“ („pivot area“), das er in Nord- und Mittelasien verortete. Hier seien sieben Achtel der Weltbevölkerung angesiedelt, auch befinde sich in diesem Gebiet der bei weitem größte Anteil der auf der Erde verfügbaren Rohstoffe. Künftige Herrscher der Welt könnten daher nicht mehr die angelsächsischen Seemächte sein, so Mackinders Schlussfolgerung, sondern eventuell diejenige Macht (oder Mächtegruppierung), die in der Lage sei, das Herzland vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen.28

    Halford MacKinder, Nicholas Spykman und Edmund A. Walsh (v. l. n. r.) legten die Grundzüge der modernen geopolitischen Ausrichtung der USA (Quellen: Wikimedia Commons, Association of Jesuit Colleges and Universities)


    Und im Zweiten Weltkrieg bestand die Gefahr, dass die beiden das Herzland von Westen und Osten bedrohenden Achsenmächte Deutschland und Japan erfolgreich sein und damit den Untergang der Seemächte hätten einleiten können. Dieser Alptraum einer von Deutschland und Japan gemeinsam oder schlimmstenfalls sogar von Deutschland allein kontrollierten „pivot area“ im Herzen Eurasiens musste mit allen Mitteln verhindert werden. „Hierin bestand das erste und wichtigste Kriegsziel Roosevelts und Churchills, dem alles andere untergeordnet wurde.“ Gegen diese Folgerung von Kraus gibt es keine fundierten Einwände.

    Nicholas Spykman (1893–1943), bedeutendster amerikanischer Geopolitiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, entwickelte die Lehre Mackinders von der Bedeutung des Herzlandes weiter und passte sie der Seemacht USA an. Nun war nicht mehr das Herzland, sondern dessen Randgebiet, das „Randland“ („rimland“), die weltpolitisch entscheidende Region der Erde: Dieses „rimland“ erstreckt sich von Skandinavien über Mittelosteuropa, die Türkei, die arabischen und vorderasiatischen Länder und Indien bis hin nach Indochina, Korea, Ost- und Nordchina. Wer dieses Randland – den gesamten eurasischen Kontinent – mit seinen ungeheuren Menschenmassen und seinen unerschöpflichen Rohstoffen unter die eigene Kontrolle bringe, sei der Herr der Erde.

    „Jeder Versuch einer anderen Macht, Kontrolle über den Persischen Golf zu gewinnen, wird von uns als Angriff auf die Lebensinteressen der USA angesehen“

    Aus den bereits erwähnten Gründen hatten sich die USA schon während des Zweiten Weltkrieges mit der deutschen Geopolitik beschäftigt. Als geistiges Haupt wurde Karl Haushofer (1869–1946) aufgrund seiner zahlreichen Veröffentlichungen betrachtet.29

    So wundert es nicht, dass jener nach Kriegsende von Edmund A. Walsh (1885–1956) verhört wurde. Als Jesuit und Professor an der Georgetown University in Washington gehörte Walsh zu den führenden Geopolitikern und Politikberatern. In der auflagenstarken US-Wochenzeitschrift Life machte er 1946 die amerikanische Öffentlichkeit mit den geopolitischen Ideen und Lehren Haushofers bekannt und warb nun für eine globale Politik. Zu den berühmtesten Abgängern dieser Universität gehören Bill Clinton, Robert Gates und der zurückgetretene ehemalige Sicherheitsberater Obamas, General James Jones. In diesem Zusammenhang muss auch die Doktrin des US-Präsidenten Jimmy Carter gesehen werden: „Jeder Versuch einer anderen Macht, Kontrolle über den Persischen Golf zu gewinnen, wird von uns als Angriff auf die Lebensinteressen der USA angesehen. Ein solcher Angriff wird mit allen erforderlichen Mitteln, einschließlich militärischer Gewalt, zurückgeschlagen werden.“30

    Für die Ära des Kalten Krieges jedenfalls lässt sich sagen, dass fast alle der Hauptkonfliktlinien zwischen Ost und West in den Regionen jener breiten „Randland-Zone“, zwischen Finnland im Westen und Korea im Osten, gelegen haben. Zwar nicht alle, aber doch die meisten Kriege der Nachkriegszeit, vom Koreakrieg über die Nahost- und die Golfkriege bis hin zum Vietnamkonflikt haben sich in genau dieser Zone abgespielt.

    In den 1980er-Jahren haben die USA islamistische Bewegungen ins Leben gerufen mit der Hoffnung, einen Zivilisationskonflikt zwischen der Muslimwelt und der Sowjetunion zu provozieren. Es war die Strategie Bernard Lewis‘, die von Zbigniew Brzezinski angewendet und von Samuel Huntington für das allgemeine Publikum zur Theorie gemacht wurde. Das Ergebnis ist u. a. Al-Kaida, die Taliban etc. Diese archaischen Kämpfer haben die Interessen des US-Imperiums in Afghanistan, Jugoslawien, Tschetschenien und in neuerer Zeit im Irak, in Libyen und jetzt in Syrien verteidigt.

    Seit 1945 haben die Vereinigten Staaten immer wieder gerade dort interveniert, wo es ihnen ratsam schien, die eigene Machtstellung konsequent zu stärken. Auch in den aktuellen Konflikten geht es den Amerikanern und der westlichen Seite nicht oder nicht vorrangig darum, der bedauernswerten syrischen oder iranischen Bevölkerung zu helfen, sondern um den immer wieder geforderten „regime change“, der willfährige Regierungen an die Macht bringen soll.

    Die Verhandlungen müssen scheitern, damit man vor der Weltöffentlichkeit einen guten Grund zum Zuschlagen hat

    So wie es schon in Afghanistan um Pipelineprojekte ging, stehen nun für den Westen wichtige Öl- und Gasversorgungenslinien auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Katar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen.31 Führende Realisten wie George F. Kennan, Walter Lippmann, Hans Morgenthau, Robert W. Tucker und Kenneth Waltz haben immer befürchtet, dass die strategischen Hegemoniebestrebungen zu einem exzessiven Interventionismus führen und in der Folge den USA eine Kreuzfahrermentalität sowie einen Geist der Intoleranz bescheren würden.32 „Wir haben dem irakischen Volk Folter, Splitterbomben, abgereichertes Uran, zahllose, willkürliche Mordtaten, Elend, Erniedrigung und Tod gebracht und nennen es ‚dem mittleren Osten Freiheit und Demokratie bringen’“, so Harold Pinter in seiner Nobelpreisrede, um dann in Erinnerung zu rufen, „dass sich die Vereinigten Staaten dauerhaft im Kriegszustand befinden und durch nichts zu erkennen geben, dass sie diese Haltung aufgeben.“33

    Wie wird es weitergehen? Eine Einschätzung

    Wir sind gerade Zeugen, wie ein Land nach dem anderen im Nahen und Mittleren Osten destabilisiert und damit unregierbar gemacht wird. Angeblich geht es ja um die Durchsetzung der Demokratie. Es sieht aber eher so aus, als spiele in Wirklichkeit die Frage eine Rolle, wer wen in Zukunft ungestraft bekämpfen darf, z. B. die Alewiten die Sunniten wie bisher oder die Sunniten die Schiiten, die Alewiten und die Christen. Woher haben die Aufständischen eigentlich ihre Waffen? Rhetorische Frage! Das Geld dafür kommt sicher zum größten Teil von Saudi-Arabien, das danach strebt, die Schiiten in der ganzen Region zu unterdrücken. Wer Geld hat, kann in dieser Gegend problemlos Waffen kaufen. So wird dann schnell aus Demonstrationen ein Bürgerkrieg ...

    Natürlich soll hier auch der einzige Verbündete des Iran in der Region ausgeschaltet werden. Die Krönung dieser ganzen Strategie können wir bald nach den US-Präsidentschaftswahlen erwarten. Dann werden die Israelis wohl die iranischen Atomanlagen angreifen. Die Verhandlungen mit dem Iran in der Atomfrage sind eine für die angelsächsische Politik typische Farce. Es darf dabei keine friedliche Lösung herauskommen. Die Verhandlungen müssen scheitern, damit man vor der Weltöffentlichkeit einen guten Grund zum Zuschlagen hat. Auch hier geht es in Wirklichkeit um die Verkrüppelung des iranischen (schiitischen) Staates, damit er die Fähigkeit zur Wahrnehmung eigener Interessen verliert.

    Besonders pikant ist die Tatsache, dass, gemessen an den Maßstäben der freiheitlich-liberalen Demokratie, Saudi-Arabien der übelste Schurkenstaat in der ganzen Region ist. Im Inneren herrschen mittelalterliche Zustände, wie sonst nirgendwo mehr. Hinter den Kulissen fördern und finanzieren die Saudis den Kulturkampf und den Terrorismus gegen die westliche Welt. Die Attentäter vom 11. September 2001waren fast alle Saudis. Saudische Prinzen finanzieren Al Kaida. Wahabitische Extremisten fanatisieren Millionen von Pakistanis und bilden in Pakistan jährlich Tausende von Koranschülern für den Krieg in Afghanistan aus. Nach außen geben sich die Saudis als engste Verbündete der USA. Im Hintergrund finanzieren sie überall in der westlichen Welt eine islamistische fünfte Kolonne mit dem Fernziel, den Westen im wahabitischen Sinne zu islamisieren. Und sie lassen keine Gelegenheit aus, gegen den Iran zu hetzen. Haben sie doch vor einigen Monaten in aller Offenheit die USA aufgefordert, den Iran endlich zu bombardieren. Die USA tun so, als wüssten sie das alles nicht –  Hauptsache, die geostrategischen Posten sind richtig besetzt und das Öl fließt in die richtige Richtung.

     

    ANMERKUNGEN
      1. Richard Herzinger: „Das Nichtstun des Westens hat verheerende Folgen“, veröffentlicht am 28. Juli 2012 auf Welt online
      2. Laura Rozen: „US Authorizes Financial Support to Free Syrian Army“, veröffentlicht am 28. Juli 2012 in Al-Monitor
      3. Thierry Meyssan: „Syrienkrise seit 2001 beschlossene Sache“, veröffentlicht am 15. Januar 2012
      4. „Russia Doubts Credibility of London-based Syria Watchdog“, veröffentlicht am 25. Februar 2012 auf Ria Novosti
      5. Vgl. Aron Lund: Divided They Stand. An Overview of Syria’s Political Opposition Factions. Uppsala, Sweden, Mai 2012
      6. Didier Billion: „Weil die Einheit in der Arabischen Liga fehlt, wirken die Drohgebärden nicht“, veröffentlicht am 24. Juli 2012 auf Arte.tv
      7. Quelle: The Basic Law Of Government, Zugriff am 5. Mai 2009 auf www.shura.gov.sa
      8. „Kein Händedruck mit Israelis“, veröffentlicht am 27. November 2007 auf Focus online
      9. Vgl. Wolfgang Effenberger: „Berater Zbigniew Brzezinski und der fernöstliche Diwan“, veröffentlicht am 10. Juni 2006 online auf Neue Rheinische Zeitung
      10. Quelle: „World Wide Military Expenditures – 2011“ unter http://www.globalsecurity.org/military/world/spending.htm, Zugriff am 29. Juli 2012
      11. The Syria Accountability and Lebanese Sovereignty Restoration Act (SALSRA) ist ein Gesetz des United States Congress, das am 12. Dezember 2003 in Kraft trat.
      12. Thierry Meyssan: „Syrienkrise seit 2001 beschlossene Sache“, veröffentlicht am 15. Januar 2012
      13. Muriel Asseburg: „Das Regime in Syrien muss isoliert werden“, veröffentlicht am 29. Januar 2012
      14. Muriel Asseburg: „Verhandlungen mit Assad werden scheitern“, veröffentlicht am 3. Juli 2012 im Tagesspiegel
      15. Volker Perthes: „Syria: It’s all over, but it could be messy“ in: International Herald Tribune, veröffentlicht am 5. Oktober 2005
      16. Sebastian Range: „Auf dem Pfad der Eskalation. Eine deutsche Denkfabrik konspiriert gegen Syriens Regierung“, veröffentlicht am 28. Juli 2012 auf Hintergrund.de
      17. Volker Perthes: „Is Assad Capable of Reform?“, veröffentlicht am 30. März 2011
      18. Im Original: „In the interim Perthes recommended that a policy of covert sabotage (unexplained explosions, accidents, computer hacking etc) would be more effective than a military strike whose effects in the region could be devastating.“
      19. Clemens Wergin: „Deutscher Stiftungschef für Sabotage gegen Iran“, veröffentlicht am 21. Januar 2011 auf Welt online
      20. Sebastian Range: „Auf dem Pfad der Eskalation. Eine deutsche Denkfabrik konspiriert gegen Syriens Regierung“, veröffentlicht am 28. Juli 2012 auf Hintergrund.de
      21. Siehe „National Counterterrorism Center’s Counterterrorism Calendar 2010“, veröffentlicht unter http://www.nctc.gov/docs/ct_calendar_2010.pdf
      22. Ebenda.
      23. Dem Autor liegt die Information eines Zeugen vor, dem Anfang Februar 2011 aufgefallen war, dass rational denkende Angehörige der auf dem Tahrir-Platz liegenden Amerikanischen Universität „die Organisation und den Mentor übernommen haben“.
      24. Michel Chossudovsky: „Unser Mann in Tripolis. Von den USA und der NATO unterstützte islamische Terroristen schließen sich der libyschen Demokratiebewegung an“, veröffentlicht am 7. April 2011 auf Kopp online
      25. Ringo Later: „Kurden wollen in Syrien eigenen Staat – welche schmutzige Rolle spielt Türkei?“, veröffentlicht am 28. Juli 2012
      26. Karl Haushofer: Weltpolitik von heute. O. V., Berlin 1934, S. 51
      27. Zitiert in Zbigniew Brzezinski: Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main 1999, S. 63
      28. Hans-Christof Kraus: „Und ihr denkt, es geht um einen Diktator“, veröffentlicht am 24. Juli 2012 auf Faz.net
      29. Hintergründe zu Haushofers geostrategischen Überlegungen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Haushofer
      30. Jimmy Carter: „State of the Union Address“, vom 23. Januar 1980, veröffentlicht unter http://millercenter.org/scripps/archive/speeches/detail/3404
      31. Hans-Christof Kraus: „Und ihr denkt, es geht um einen Diktator“, veröffentlicht am 24. Juli 2012 auf Faz.net
      32. Quelle: Christopher Layne: The Peace of Illusions: American Grand Strategy from 1940 to the Present. Cornell University Press, Ithaca/London 2006, S. 203
      33. Quelle: Harold Pinter: Mondlicht und andere Stücke. Rowohlt Verlag, Reinbek 2005, S. 10f.